Detail
Ministerin treibt Frächter in die Enge
Als Rückschritt in die Urzeit sieht der Fachgruppenobmann des steirischen Güterbeförderungsgewerbes Albert Moder die Forderung von Verkehrsministerin Doris Bures nach mehr Überholverboten für LKW.
Ein weiterer Hieb gegen die in den vergangenen Monaten immer mehr geschundenen Frächter. Geht es nach den Wünschen der Verkehrsministerin, sollen die Überholverbote für LKW auf Österreichs Straßen ausgeweitet werden. Ziel sei laut Doris Bures die Erhöhung der Sicherheit und des Verkehrsflusses. „Wo ist ein Sicherheitsaspekt oder Verkehrsfluss gegeben, wenn 20 LKW hintereinander, Kilometer lang einem langsameren LKW oder auch PKW folgen und Kolonnen bilden?“ wundert sich Albert Moder. „Die Konkurrenz aus dem Ausland drängt immer mehr auf den Markt. Der Zeitfaktor ist in der Transportbranche seit jeher von größtem Belangen.“ so Moder weiter. Der Druck und die Belastung wachsen. „Ist die Ministerin der Meinung, die hochverschuldete, defizitäre und durch Staatshilfen geförderte ÖBB mit solchen Maßnahmen schützen zu können?“ macht Moder offenkundig seiner Verärgerung Platz. In der jetzigen Situation, in der eine ganze Branche bereits schwer angeschlagen auf dem Boden liegt, weitere Prügel zu verteilen, kann nicht der Weg einer Regierung in der Krise sein.
Die Frächter stehen hinter jeder Maßnahme, die zur Erhaltung oder Erhöhung der Verkehrssicherheit dient, fordern aber auch ein Bekenntnis zu den Ergebnissen zahlreichen Unfallstatistiken. Schon allein der Vergleich der gefahrenen Kilometer von PKW und LKW spricht Bände. Zwar ist die Schwere der Unfälle mit LKW-Beteiligung höher, jedoch muss betont werden, dass nur an einer geringen Prozentzahl der Unfälle die LKW-Fahrer auch Verursacher der Unfälle sind. „Ein Schritt zur Erhöhung der Sicherheit auf den Straßen kann auch ein Vorgehen gegen die notorischen Linksfahrer sein.

